CHAPTER ANDREA ALTON
  • Andrea Alton

Vom Selbstzweifel zur Steh-Auf-Lady: eine persönliche Erfahrung


Kritik und Scheitern - zwei Dinge, die jeder hin und wieder erlebt und die sehr unangenehm sind. Sie passieren oft nur im Kleinen und trotzdem ist es sehr schwer, damit umzugehen. Nicht umsonst sagt man, dass ein negatives Erlebnis von 7(!) positiven Ereignissen kompensiert werden muss, um einer Sache/einem Menschen wieder neutral gegenüber zu stehen. Ich kann zum Glück behaupten, dass sich negative Ereignisse in meinem Leben bisher größtenteils zurückgehalten haben, aber so richtig hängen geblieben ist mir eines in Mailand, das meine Selbsteinschätzung einmal richtig durcheinander gewirbelt hat.


STUDIEREN IN EINER ANDEREN SPRACHE - KEIN PROBLEM FÜR MICH, ODER?

Kommunikation mit Schwerpunkt Mode in Mailand zu studieren war für mich eine Entscheidung, an der niemand rütteln konnte. Nicht einen Gedanken verschwendete ich daran, wie es sein wird, in einer Sprache zu studieren, die nicht meine Muttersprache ist. Wird schon gehen, ich bin da eher der "mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Typ". Eine Entscheidung wird getroffen, um sie dann durchzuziehen, mit all ihren Konsequenzen. Und mit der Einstellung saß ich dann im Hörsaal. Italienisch konnte ich von der Schule, und ich war darin immer sehr gut. Also wo sollte da ein Problem liegen?

... UND DANN DAS ERSTE FEEDBACK AUF MEIN ERSTES PROJEKT

Solange ich bloß reine "Wissensprüfungen" ablegen musste, lief auch alles rund. Doch meine Uni war hauptsächlich praktisch orientiert, und so stand nach ca. einem halben Jahr das erste Projekt auf dem Programm. Es ging darum, ein Kommunikationsprodukt für Hip Hopper zu entwickeln. Ich hatte nach Marketingrecherchen festgestellt, dass es keinen wirklich bedeutenden Blog für diese jugendliche Subkultur gibt. So wollte ich einen fiktiv entwickeln. Meine Professorin war von der Idee und der Umsetzung auch durchaus angetan, aber ihr finales Feedback war das folgende: "Andrea, ich finde dein Projekt super, aber die Art, wie du schreibst, ist furchtbar. Ein Bauern-Italienisch. Du studierst Kommunikation, das heißt, du musst besser schreiben, als der Durchschnittsbürger. Da liegen aktuell noch Welten dazwischen."


EIN HARTER SCHLAG FÜR DAS SELBSTBEWUSSTSEIN

Tja, wie man sich denken kann, fühlte ich mich erst einmal total vor den Kopf gestoßen. Was waren dann all die guten Noten, die ich in der Schule bekommen habe? Ich musste mir eingestehen, dass das Niveau dort wohl deutlich tiefer war. Und dass ich verdammt nochmal vor einer Herausforderung stehe, die mich viel Zeit, Hirnschmalz und Energie kosten wird. Ein echter Knick für meine Selbstwahrnehmung und das Vertrauen in meine Fähigkeiten. Kurz dachte ich sogar, dass ich vielleicht doch nicht so richtig in der Kommunikation war. Dachte daran, aufzugeben. Bis ich mich dann selbst ermahnte und auslachte. So einfach werdet ihr mich nicht los, dachte ich dann. Ab jetzt werden die Backen zusammengekniffen und die Sache in Angriff genommen.

BUONGIORNO SISYPHUSARBEIT

Also wurden ab sofort Modezeitschriften am laufenden Band gekauft. Ich hatte dein Eindruck, dass dort eine Sprache vorherrschte, die mir weiterhelfen konnte: Wortspielereien, Ironie, Essays - eine unterhaltsame Freizeitsprache eben. Ich habe unterstrichen, Wörter und Sätze herausgeschrieben, Vokabeln gelernt. Tagelang. Was blieb mir auch anderes übrig? Nie wieder sollte man mein Italienisch so durch den Kakao ziehen. Und guess what? Ich wurde besser.

DAS SCHÖNSTE KOMPLIMENT NACH VIELEN SCHREIBSTUNDEN

Das schönste Kompliment in der Hinsicht erhielt ich beinahe zwei Jahre später. Mittlerweile hatte ich einige Projekte geschrieben, an denen kein Professor sprachlich etwas auszusetzen hatte. Aber wer weiß, vielleicht waren sie einfach nachsichtig mit mir oder hatten die Sprache nicht so wichtig genommen. Dann kam der Kurs "journalistisches Schreiben". Ein sehr verbitterter Prof versuchte, uns das kreative Schreiben näherzubringen. Mit einer Passion, die ungefähr jener einer Ikea-Möbelbeschreibung entsprach. Stündlich wiederholte er, dass er am liebsten auf die Malediven auswandern möchte, da in Mailand sowieso alles scheiße ist und dass wir eh alle hoffnungslose Fälle wären. Druckaufbau und Prüfungsangst? Nö, keine Spur, warum auch? Kurz: wir waren fertig mit den Nerven und schrieben mit schweißnassen Händen. Als dann die Ergebnisse veröffentlicht wurden, fiel mir erst einmal die Kinnlade herunter: ich erhielt die zweitbeste Note der Klasse. In your face, Hip-Hop-Story.

Die Moral: wenn man will und beschließt, die Flinte unter keinen Umständen ins Korn zu werfen, dann geht (fast) alles. Man kann so viel leisten, wenn man nur die Zähne zusammenbeißt. Sich nichts einreden lässt, Kritik annimmt und an sich arbeitet. Das in-your-face-Gefühl ist unbezahlbar, mindestens einmal im Leben sollte man es schon auskosten können

Viel Erfolg und liebe Grüße,Deine PR-Beraterin, wenn es darum geht, die PR selbst in die Hand zu nehmen. :)


Andrea Alton – Deine PR kannst Du ganz einfach selber machen!

Ob Du nun als Selbstständige/r, Gründer/in oder Startup die Businessbühne betrittst – PR, sprich Pressearbeit ist das A und O, wenn es darum geht, mit Deiner Idee erfolgreich Deine zukünftigen Kunden und Fans zu erreichen. Das Beste daran: effektive PR-Arbeit kannst Du mithilfe meiner Tipps und Tricks ganz einfach selbst erledigen, ohne dafür die Brieftasche zu strapazieren.

Bei Fragen melde Dich gern unter info@andrea-alton.com.

#Learningbydoing #scheitern #amScheiternwachsen #Kritik #Selbstwahrnehmung #Motivation #Projekt #produktivsein #PRselbermachen #PRfürStartup #PRfürSelbstständige #PRTippsfürGründer #PRTippsfürStartup #PRTippsfürSelbstständige #PRBeraterin #PRCoach

  • White Pinterest Icon
  • E-Mail-Symbol
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon

© 2023 by Design for Life.

Proudly created with Wix.com

München 2020

  • Standort

Besuche mich auf meinen Socials!