CHAPTER ANDREA ALTON
  • Andrea Alton

PR selber machen: Wie ein Glas Prosecco einen Laden vorm Bankrott hätte bewahren können


Neulich kommen eine Bekannte und ich auf das Thema Modeshops zu sprechen. "Der Handel muss dringend etwas unternehmen", meint sie. "Stimmt, ich höre immer wieder davon, dass in dieser Hinsicht Online weit über Offline triumphiert und Läden nach der Reihe schließen", antworte ich. "Tja, die sind hauptsächlich selbst schuld, die tun ja auch nichts, um im Gespräch zu bleiben oder die Kunden in den Shop zu holen", ist ihr Statement. Dann beginnt sie zu erzählen, was sie vor Kurzem erlebt hat. Die Geschichte vom Glas Prosecco, das alles hätte verändern können - wenn denn ein wenig PR bzw. Kommunikation betrieben worden wäre.


EIN LADEN IN DER KRISE

Die besagte Bekannte war also vor Kurzem in einem Modeladen. Ein ziemlich schöner sogar, mit Kleidung, die durchaus erschwinglich ist, die eigentlich von (beinahe) jedem Geldbeutel finanziert werden kann. Und die Stil hat. Der Standpunkt des Ladens ist übrigens auch nicht gerade in der Pampa. Die Verkäuferin dort beklagte aber die schlechten Abverkäufe, verteufelt die E-Commerces dieser Welt und all die jungen Leute, die nicht aufkreuzen wollen. Und dass somit die Schließung des Ladens praktisch feststeht. Meine Bekannte kennt sich in der Werbebranche ziemlich gut aus und war natürlich neugierig. "Okay, und, habt ihr es schon einmal mit Werbung, Kommunikation oder vielleicht sogar Influencer Marketing versucht?"

ÄH KOMMUNIKATION? WIE MEINST DU DAS?

... war die Antwort der verdatterten Verkäuferin. Aha, also hat man einfach einen Laden hingestellt, ohne den Menschen Bescheid zu sagen. Die Vermutung liegt zumindest nahe. Vielleicht gab es mal eine relativ unspektakuläre Einweihungsparty, aber auch online finde ich keine Medienunterstützung des Ladens, außer einer recht lieblosen Facebookseite. Instagram? Nada. Website? Nur ein Startbild ohne Text. Wie bitte? Zum Glück blieb meiner Bekannten nicht lange die Spucke weg (wie es sich halt für jemand gehört, der in der Kommunikation arbeitet) und sie hat erst einmal fröhlich drauflos gesprudelt.


HABT IHR SCHON EINMAL AN AKTIVE KUNDENAKQUISE GEDACHT?

Also vergab sie gratis Kommunikationsideen, einfach, weil es ihr im Blut liegt. Angefangen hat sie so: "Habt Ihr vielleicht einmal Flyer gedruckt?" Immer noch Verwunderung im anderen Gesicht. Wieso Flyer? Naja, der Laden liegt in der Nähe einiger Plätze, an denen die modernen Hipster und kreativ gestylten jungen Leute gerne verweilen. Vielleicht stellt man sich denen so einfach einmal vor? Vielleicht wissen die ja gar nichts von der Existenz der schönen Kleideransammlung? Und man könnte sie - wenn sie modeinteressiert sind - gleich mitnehmen und zu einem Glas Prosecco einladen. Wetten, die nehmen ihre Freunde mit? Und mindestens einer zückt bestimmt sein Smartphone und lässt Instagram an der User-Experience teilhaben. Normal, oder?

DIE IDEE WIRD WEITERGESPINNT


"... warum macht ihr nicht jeden Tag eine Happy Hour von 18 bis 20 Uhr? Ein Glas für jeden Besucher, ein paar Tischchen und eine Tüte Chips. Und schon hat man die Bude voll." "Sowas kostet aber", meint die Verkäuferin. Klar, pro Abend vielleicht 3 Proseccoflaschen à 3 Euro und 4 Tüten Chips à 50 Cent. 11 Euro also, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Das müsste rechtfertigbar sein, vor allem dann, wenn jemand dann vielleicht auch noch was einkauft an Kleidung. So eine Happy Hour spricht sich rum und ganz schnell ist der Laden abends um 18 Uhr voll. Ein Geschenk im Vorhinein macht sympathisch. Menschen mögen eben Prosecco.

UND PLÖTZLICH IST DIE PRESSE DA

Glaube ja nicht, dass so ein Effekt der Presse verborgen bleibt. Vor allem Tageszeitungen und kleine Stadtblogs verkaufen sowas gerne als Geheimtipp. Gib ihnen also genug Möglichkeiten, von Dir zu erfahren. Dafür hast Du einen eigenen Instagramaccount (vielleicht auch mit eigens kreierten Hashtag, den Du vorsorglich auf die Servietten drucken lässt, die Du zusammen mit dem Proseccoglas vergibst - Menschen werden ihn einsetzen, versprochen) oder Facebook. Oder eine schön verfasste Pressemitteilung, die in leicht veränderter Version auch öfter als einmal an die Presse gehen kann. Und warte, Facebook, da wäre noch was. Ein Event auf dem größten Social Network der Welt zu bewerben kostet wirklich keinen Augapfel.

LASS UNS ALSO DIE KOMMUNIKATIONSRECHNUNG, BZW. DEN BUSINESSPLAN ERSTELLEN

Die Verkostung kostet also 11 Euro pro Tag. Die Happy Hour wird an 4 Tagen der Woche angeboten, sind also 44 Euro pro Woche, also knapp 180 Euro im Monat. Kommt noch ein wenig Facebookbudget für die Bewerbung, die Flyer für ca. 30 Euro (Flyeralarm ist hier unschlagbar) sowie die Servietten dazu, die ungefähr gleich auf die Tasche drücken dürfte. Klar muss man auch den Arbeitsaufwand und die Proseccogläser mit einberechnen, aber unter dem Strich werden so ca. 300 Euro für die Kommunikationsaktion flöten gehen. Eine Miete in der Gegend wo der Laden steht dürfte so ca. das 20-fache kosten. 300 Euro für fünfmal so viele Menschen könnte sich eventuell lohnen, oder?

WARUM SICH SO EIN GEDANKENSPIEL LOHNEN WIRD

Was die 300 Euro wert sind? Genau die User-Experience, die der Onlinehandel nicht bieten kann. Offline-Sympathie und Menschen, die persönlich im Laden vorbeikommen. Sich länger dort aufhalten, sich mit dem Ambiente auseinandersetzen. Man muss sowas ja nicht über das ganze Jahr hinweg durchziehen. Aber immer mal wieder. Als Sommer- oder Christmasaktion. "Keine Ahnung, wie das dann im Detail ablaufen soll, aber ein wenig Brainstorming würde oft so viel ändern", ist sich meine Kollegin sicher. Ich stimme ihr zu. Kommunikation ist oft eher ein Gefühl für Umstände, für Möglichkeiten, als eine komplizierte Wissenschaft.

KÖNNTE SO EIN GEDANKENSPIEL AUCH FÜR DEIN PROJEKT RENTABEL SEIN?

"An all das haben wir nie gedacht, Du hast natürlich vollkommen recht", muss die Verkäuferin gestehen. Aha, schade, dass die Schließung schon beschlossene Sache ist. Ich bin echt erschrocken, dass in der Hinsicht Kommunikation bei einem so tollen Laden Flaute herrschte. Meine Kollegin übrigens auch. Und dass sie nur zehn Minuten gebraucht hat, um der Dame die Augen zu öffnen. Die Frage nun an Dich: könnte sich so ein Brainstorming auch für Dich lohnen? Vielleicht sogar Dein gesamtes Projekt umkrempeln? Ob vielleicht auch bei Dir ein Glas Prosecco pro Nase reichen würde, um vielleicht noch den Turnaround zu schaffen?

Inspiriert, nur Du weißt nicht, wo das Gedankenspiel beginnen soll? Kein Problem, ich helfe Dir gerne. Schreib mir einfach, Du weißt ja, wo Du mich findest!

Viel Erfolg und liebe Grüße,

Deine PR-Beraterin, wenn es darum geht, die PR selbst in die Hand zu nehmen.


Andrea Alton – Deine PR kannst Du ganz einfach selber machen!

Ob Du nun als Selbstständige/r, Gründer/in oder Startup die Businessbühne betrittst – PR, sprich Pressearbeit ist das A und O, wenn es darum geht, mit Deiner Idee erfolgreich Deine zukünftigen Kunden und Fans zu erreichen. Das Beste daran: effektive PR-Arbeit kannst Du mithilfe meiner Tipps und Tricks ganz einfach selbst erledigen, ohne dafür die Brieftasche zu strapazieren.

Bei Fragen melde Dich gern unter info@andrea-alton.com.

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